J O S E P H A   L I T E R A T U R   P R E I S          G E W I N N E R          S H O R T L I S T          J U R Y          K O N T A K T     

 

 

 

 

 

JOSEPHA… ist ein deutsch-polnisches Literaturstipendium.

 

JOSEPHA… stellt neue Stimmen der polnischen Literatur in Deutschland vor.

 

JOSEPHA… bedeutet: vier Wochen an der Ostsee im Haus Josepha in Ahrenshoop arbeiten; das eigene Projekt in Berlin präsentieren; das eigene Buch auf Deutsch übersetzt veröffentlichen

 

JOSEPHA… wird getragen von dem Verlag edition.fotoTAPETA und dem Atelier Josepha. Der polnische Partner ist der Warschauer Verlag Cyranka.

 

JOSEPHA… die Preisjury besteht aus Karolina Golimowska aus Berlin, aus Sylwia Miłkowska aus Krakau, Konrad Nowacki aus Warschau, Dorota Stroińska aus Berlin, Andreas Volk aus Warschau und Isabelle Vonlanthen aus Zürich. Die Jury stellt eine Shortlist des Preises vor, aus der die Preisträger ausgewählt werden.

 

 

Der polnische Partnerverlag von JOSEPHA ist Wydawnictwo Cyranka aus Warschau. JOSEPHA ist eine private Initiative.

Das Stipendium geht auf eine Idee von Charlotte Streck vom Atelier Josepha sowie Andreas Rostek von der edition.fotoTAPETA zurück.


J O S E P H A   L I T E R A T U R   P R E I S

   

2 0 2 5 

 

 

Foto: Maciej Stoczewski     

 

JUL ŁYSKAWA

*1984

 

 

Die Jury des deutsch-polnischen Literaturstipendiums JOSEPHA hat entschieden und dem Buch „Prawdziwa historia Jeffreya Watersa i jego ojców“ („Die wahre Geschichte von Jeffrey Waters und seinen Vätern“) des Warschauer Autors Jul Łyskawa den Literaturpreis des Jahres 2025 verliehen. 

 

Der Roman wird im Jahre 2026 in der Übersetzung von Andreas Volk in der edition.fotoTAPETA erscheinen.

  

 

Jul Łyskawa ist Absolvent des Instituts für Polnische Kultur an der Universität Warschau. Er veröffentlichte Kurzgeschichten in den Zeitschriften „Akant“, „Arterie“, „Ha!art“, „Radar“ und „Twórczość“.  2024 gab er sein Debüt mit dem Roman „Die wahre Geschichte von Jeffrey Waters und seinen Vätern“, für den er den „Paszport Polityki“, den Literaturpreis der Hauptstadt Warschau, den Josepha-Preis und den „Odkrycia Empiku“-Preis erhielt. Zudem wurde er für den NIKE-Literaturpreis, den Conrad-Preis (Finale), den „Olśnienia Onetu“, den Literaturpreis der Leser von Wielkopolska 2025 und den Witold-Gombrowicz-Preis nominiert sowie in der Abstimmung von LubimyCzytac.pl ausgezeichnet.

  

 

edition.foto.TAPETA

 

 

 

Schreiben ist für mich ein großes Spiel, auch wenn ich manchmal dabei den Kürzeren ziehe

 

Natalia Prüfer im Gespräch mit Jul Łyskawa, dem Gewinner des Josepha-Literaturpreises 2025 und Autor des Romans „Die wahre Geschichte von Jeffrey Waters und seinen Vätern“, der in Kürze in der Übersetzung von Andreas Volk auf Deutsch erscheinen wird.

 

Die Handlung des Romans „Die wahre Geschichte von Jeffrey Waters und seinen Vätern“ spielt in einer fiktiven amerikanischen Kleinstadt, Copperfield, und erstreckt sich über einen Zeitraum von über hundert Jahren. Im Mittelpunkt stehen eine Tischler- und eine Holzfällerfamilie. Eines Tages taucht Jeffrey Waters, der über übernatürliche Fähigkeiten verfügt, im Städtchen auf. Schon bald wird der Ort zu einer nationalen Attraktion, aus dem ganzen Land strömen Journalisten und Touristen herbei, Legenden bilden sich.

 

Natalia Prüfer: Wir unterhalten uns während deines Stipendienaufenthaltes in Ahrenshoop an der Ostsee. Du bist jetzt schon seit drei Wochen hier, ganz allein. Sprichst du mit den Füchsen? Den Vögeln? Und wenn ja, auf Polnisch oder auf Deutsch?

 

Jul Łyskawa: Ich spreche ein wenig mit mir selbst, zum Beispiel über Gurken. Auf Deutsch. Mein Wortschatz ist noch recht beschränkt. Letztes Jahr war ich auf einem Literaturfestival in Kiel, dort haben wir die ganze Zeit Englisch geredet, und nach drei Tagen habe ich mit mir selbst auf Englisch unterhalten. Hier bin ich allein, ich bemühe mich, viel zu schreiben und bin fest in der polnischen Sprache verankert

 

P.: Woran arbeitest du während deines Aufenthaltes in Ahrenshoop?

 

Ł.: Ich schreibe schnell und viel, es sind bereits über zwanzig gute, fertige Seiten zusammengekommen, dazu noch zahlreiche Notizen, Überlegungen und kleinere Szenen. Hätte ich mein vorheriges Buch, „Die wahre Geschichte von Jeffrey Waters und seinen Vätern“, in diesem Tempo geschrieben, ich hätte dafür zehn Monaten und nicht sieben Jahre gebraucht. Das Schreibtempo in Ahrenshoop ist fantastisch.

 

P.: Wie ist das, an einem Buch sieben Jahre lang zu schreiben?

 

Ł: Ganz normal. Ich habe ziemlich regelmäßig daran gearbeitet. Ich habe nun mal nicht das Tempo eines Beatniks, der Billard spielen geht, fünf Bier kippt und sich dann eine Woche lang zu Hause einschließt, um „On the Road“ runterzuschreiben, sondern ich bin eher der Typ, der immer wieder alles überarbeitet, streicht und neu schreibt. Ich habe ruhig vor mich hin gearbeitet; ich hatte noch nie solche Bedingungen wie hier in Ahrenshoop, wo meine Hauptbeschäftigung darin besteht, mich mit Essen einzudecken und zu schreiben...

 

weiter >>

 


J O S E P H A   L I T E R A T U R   P R E I S 

 

2 0 2 4 

 

 

 Foto: Natalia Prüfer     

 

IZABELA TADRA

*1985

 

 

Die Warschauer Schriftstellerin Izabela Tadra ist die erste Preisträgerin des JOSEPHA-Literaturstipendiums. Izabela Tadra stammt aus Jednorożec, sie lebt seit zwanzig Jahren in Warschau und ist mit der Stadt eng verwachsen. Studentin der Leon-Schiller-Hochschule für Film, Fernsehen und Theater in Łódź. Vormals Pressejournalistin, publizierte sie unter anderem in „Fantasy“, „Super Express“, „Puls Biznesu“ und „Bluszcz“. Seit mehreren Jahren arbeitet sie in der PR-Branche, wo sie sich vor allem mit Unternehmenskommunikation befasst. Sie hat Respekt vor allen Künsten und betätigt sich künstlerisch in den verschiedensten Richtungen. Sie schafft Stop-Motion-Filme und Rastergrafiken, schreibt Gedichte und Filmdrehbücher. Sie setzt schöngeistige Literatur mit Fiktion gleich und ihre Hoffnung auf dieselbe. Sie publiziert in ihrem eigenen Tempo. Im Frühjahr 2024 erschien beim Verlag Filtry ihr Romandebüt Hotel ZNP. Sie wurde für den renommierten Conrad-Preis nominiert und ist die erste Preisträgerin des Literaturstipendiums „Josepha“ für polnische Schriftsteller. 

 

 

edition.foto.TAPETA

 

 

 

 

 

HOTEL ZNP 

 

von IZABELA TADRA 

 

aus dem Polnischen von Andreas Volk

 

  

Hotel ZNP ist düster, vorwärtstreibend, obsessiv, fesselnd und minutiös ausgearbeitet, gleichermaßen fantasievoll wie streng. Eine Liebesgeschichte ohne Liebe, eine schillernde Satire auf die polnische Familie, eine traurige Reflexion über das menschliche Herz, eine bittersüße Romanze über verlorene Chancen. Ganz ohne die Verlockung modischer Sozialkommentare … Der Roman von Izabela Tadra wurde 2025 mit dem neuen deutsch-polnischen Literaturstipendium JOSEPHA ausgezeichnet und stand auf der Shortlist des renommierten polnischen Gdingener Literaturpreises.

 

 

ISBN: 978-3-949262-55-5
Klappenbroschur
Format: 13 x 22 cm
Seiten: ca. 180 Seiten
Preis: 20 € (D) | 20,50 € (A) | 22,50 SFR (CH)

 

 

» kaufen bei edition.fotoTAPETA

 

 

„Ein furios grotesker Roman. Er zieht einen sofort rein, entwickelt fast ein unheimliche Sogwirkung, gleichzeitig ist er sehr wagemutig und fantastisch in der Sprache…“

Tomas Fitzel, radio3

 

mehr >>

Ich bin wie ein Kaninchen aus dem Hut gesprungen

  

Natalia Prüfer im Gespräch mit Izabela Tadra, Autorin des Romans „Hotel ZNP“, der von Andreas Volk ins Deutsche übersetzt und mit dem Literaturstipendium „Josepha“ ausgezeichnet wurde.

   

Natalia Prüfer: Ich lebe in Deutschland und beobachte, was hier an polnischer Gegenwartsliteratur herausgegeben wird. Das ist keine besonders schwierige Aufgabe, da es weiterhin nicht allzu viele Titel gibt, die aus dem Polnischen übersetzt werden. Die wichtigsten Themen, die nach wie vor – zumindest nach Ansicht der deutschsprachigen Verlage – das Lesepublikum am meisten interessieren, sind der Zweite Weltkrieg, die „Wiedergewonnenen Gebiete“, der Holocaust sowie die Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen. Dein Roman „Hotel ZNP“ berührt keines dieser Themen. Gibt es in deinem Buch andere, in der polnischen Kultur oder Mentalität verwurzelte Themen?

  

Izabela Tadra: Eine der Stärken dieses Romans besteht eben gerade darin, dass in ihm keine typisch polnischen Themen verhandelt werden. Die Inhalte des Romans sind absolut universell. Ich selbst lese gern internationale Literatur und bin der Meinung, dass sie sich nicht nur mit lokalen Geschichten befassen sollte, sondern vielmehr mit universellen Erzählungen. Das ist für mich der Kern schöngeistiger Literatur: Grenzen zu überschreiten,sich auf den Menschen und seine Emotionen zu konzentrieren. Letztere sind unabhängig vom Wohnort, unabhängig davon, auf welcher Seite der Oder wir uns befinden. Jahrhunderte sind ins Land gezogen, und wir brauchen immer noch dasselbe: Sicherheit, Menschen um uns herum, ein Dach über dem Kopf und Liebe. Wir alle haben mit denselben Problemen zu tun.

 

P.: Mit welchen Problemen hat die Protagonistin in „Hotel ZNP“ zu tun? Wovon handelt das Buch?

 

T.: Das hängt ganz davon ab, was der Leser oder die Leserin in ihm entdecken. Das Buch ist wie ein Spiegel, in dem wir uns betrachten. Für die einen ist es ein Buch über verschiedene Beziehungen, für die anderen geht es darin um ein Verhältnis, Gewalt, Einsamkeit, unerfüllte Wünsche und den Kampf um Unabhängigkeit. Für mich wiederum ist das Buch ein Dialog mit Literatur.

 

P.: Gut, dass du das sagst. So können wir gleich zum Thema „Form“ übergehen. Dieser Roman ist ein Dialog mit Literatur, geschrieben in Form eines Monologs.

 

T.: Eines polyphonen Monologs.

 

P.: Ja, die Hauptfigur Belcia erzählt ihre Geschichte in Form eines Monologs. Im Buch kommen keine Dialoge vor, es gibt verschiedene Protagonisten und deren Erzählungen, viele Retrospektionen, und alles wird durch Belcias langen Monolog zusammengehalten. Es ist eine originelle Form, wie kam sie zustande? Wusstest du von Anfang an, dass es ein Monolog werden würde?

 

T.: Ja, ich wusste, dass es ein Monolog werden würde – eine Erzählung, der man gebannt zuhört, eine Geschichte wie die von Scheherazade. Die Hauptfigur sollte die gesamte Erzählung tragen, und der Adressat, an den sie gerichtet ist, abwesend sein. In der ersten Fassung des Romans gab es noch Dialoge.

 

P.: Und wieso sind sie verschwunden?

 

T.: Es gab einen Moment, in dem mir klar wurde – wahrscheinlich bei der Lektüre eines anderen Buches –, wie unnatürlich es ist, in der Ich-Form jemandem seine Geschichte zu erzählen und sie mit Dialogen auszuschmücken. Während des Erzählens fügen wir unsere

Emotionen hinzu, einen Filter, manchmal stellen wir etwas harmloser dar, als es ist, oder wir übertreiben, wir sind selbst dann Herr über die Erzählung, wenn wir bloß schildern, was jemand gesagt hat. Deswegen habe ich die Konstruktion des Romans komplett umgeändert und mich auf den Monolog konzentriert, wobei ich natürlich die Polyphonie beibehalten habe. Ehrlich gesagt, bin ich persönlich bis heute der Meinung, in Ich-Erzählungen haben Dialoge nichts zu suchen. Ich halte es nicht für einen formalen Fehler, nicht dass ich die Schriftsteller, die so etwas tun, verachten würde, ich habe mich einfach dagegen entschieden.

 

P.: In Polen gab es eine Theateradaption deines Buches. Dort wurde aus dem Monolog wieder ein Dialog. Hast du daran mitgewirkt, den Text auf Rollen zu verteilen?

 

T.: Es war ein Leichtes, die Stimmen der anderen Personen im Roman herauszulösen. Die einzelnen Äußerungen sind gut verständlich und recht deutlich umrissen...

 

weiter >>

 



S H O R T L I S T

 

2 0 2 6

 

 


Wir freuen uns sehr, die diesjährige Shortlist des deutsch-polnischen Literaturstipendiums JOSEPHA bekannt geben zu dürfen. 

 

Die Jury, bestehend aus Karolina Golimowska, Sylwia Miłkowska, Konrad Nowacki, Dorota Stroińska, Andreas Volk und Isabelle Vonlanthen, hat folgende Bücher ausgewählt:

 

 

Michał Cierzniak: Klatka

Verlag: filtry – 2025 – 160 Seiten

 

Emilia Konwerska: Rzecze zrobione specjalnie

Verlag: ArtRage – 2025 – 208 Seiten

  

Mateusz Pakuła: Jak nie zabiłem swojego ojca i jak bardzo tego żałuję

Verlag: Nisza – 2021 – 280 Seiten

  

Kinga Sabak: Trochę z zimna, trochę z radości

Verlag: WAB – 2024 – 208 Seiten

 

  

Das Literatur JOSEPHA Stipendium beinhaltet einen vierwöchigen Arbeitsaufenthalt im Atelier Josepha in Ahrenshoop an der Ostsee.

  

Die deutsche Übersetzung des prämierten Buchs erscheint im Verlag edition.fotoTAPETA. Das ausgezeichnete Buch und die Autor*in werden in Berlin, Leipzig und Frankfurt vorgestellt.

 

 

Die Preisträgerin oder der Preisträger wird im August bekannt gegeben.

 


S H O R T L I S T

 

2 0 2 5

 

 

JOSEPHA – die nächste Runde

 

In Berlin hat sich Ende August das JOSEPHA-Kuratorium getroffen und die KandidatInnen der neuen Shortlist ausgewählt. Die Jury hat sich für folgende Titel entschieden, die in die engere Wahl für das JOSEPHA-Literaturstipendium 2025 kommen:

 

Arek Kowalik –https://wydawnictwo.artrage.pl/products/dzwieki-ptakow

 

 

Jul Łyskawa –

https://czarne.com.pl/…/prawdziwa-historia-jeffreya…

 

Katarzyna Sobczuk –

https://dowody.com/ksiazka/mala-empiria/

 

Aleksandra Tarnowska –https://wydawnictwo.artrage.pl/products/wnieboglos

 

 

Die Jury hatte folgende Mitglieder: Karolina Golimowska, Sylwia Miłkowska, Konrad Nowacki, Dorota Stroińska und Andreas Volk. Zwei der Mitglieder haben sich für dasselbe Buch entschieden. (Rechts die beiden JOSEPHA-Stifter: Charlotte Streck vom Verein crazy4culture und Andreas Rostek vom Verlag edition.fotoTAPETA.)


S H O R T L I S T

 

2 0 2 4

 

 

JOSEPHA… hat die Shortlist für das erste Jahr veröffentlicht. Sechs aktuelle Bücher, sechs neue Stimmen aus Polen:

 

Bei der Jury-Sitzung im August 2024 fiel die Entscheidung über die Titel auf der ersten Shortlist mit Büchern von: Wiktoria Bieżuńska, Olga Górska, Anna Mazurek, Ariel Rosé, Izabela Tadra, Tomasz Wiśniewski



K O N T A K T :

 

 

Sie wollen mehr wissen, Sie wollen mit uns ins Gespräch kommen?

 

Schicken Sie einfach eine kurze Notiz:

 

[email protected]